Persönlichkeitsinstanzen (ES, ICH, ÜBER-ICH)

Das ES

Das ES liegt vollständig im Unbewussten. Es setzt sich prinzipiell aus zwei Bereichen zusammen.

Triebe:
Die Triebe gehören zur biologischen Ausstattung des Menschen. Sie sind von Geburt an vorhanden und stellen das Energiepotential (Bedürfnisse, Antriebe) dar, das den Menschen zur Handlung treibt (siehe auch: Kapitel: Motive und Motivation). Von besonderer Bedeutung sind in der Tiefenpsychologie der Sexualtrieb (Arterhaltungstrieb) und der Aggressionstrieb (Selbsterhaltungstrieb). Ihre Befriedigung ist von Anfang an für den Menschen problematisch, da sie auf Widerstand in der Umwelt stößt. Deshalb müssen diese Triebe mit Hilfe der Abwehrmechanismen zurückgedrängt oder umgestaltet werden (siehe unten).

Das Verdrängte:
Alle unangenehmen, peinlichen, Angst oder Schuldgefühle erzeugenden Erlebnisse, Vorstellungen, Denkinhalte oder Wünsche, die nicht bewusst verarbeitet werden können, werden im Laufe der Entwicklung aus dem Bewusstsein ausgeschlossen (ins ES verdrängt).

 

Das ICH

Das ICH, die zentrale Instanz der menschlichen Persönlichkeit, setzt sich aus einem bewussten (ICH-Funktionen) und einem unbewussten Anteil (Abwehrmechanismen) zusammen.

ICH-Funktionen:
Die ICH-Funktionen stellen den Persönlichkeitsanteil dar, mit dem der Mensch bewusst handelt. Sie beinhalten das Denken, die Wahrnehmung, das Gedächtnis, die Motorik, die Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit deren Hilfe das ICH mit der Außenwelt (Realität) in Beziehung tritt.

Abwehrmechanismen:
Da die Triebe und die verdrängten Inhalte aus dem ES ständig ins Bewusstsein drängen (näheres siehe unten), setzt das ICH die Abwehrmechanismen ein, um die ES-Inhalte im Unbewussten zu halten. Die Abwehrmechanismen entwickeln sich im Laufe der ersten Lebensjahre durch die Einwirkung der Erziehung und bilden die Grundlage der späteren Charaktereigenschaften des Menschen. Sie stellen den unbewussten Teil des ICH dar.

 

Das Über-ICH

Auch das ÜBER-ICH setzt sich aus zwei Anteilen zusammen, von denen jeder teils unbewusst und teils bewusst ist.

Gewissen:
Das Gewissen umfasst die moralischen Forderungen (Verbote und Gebote), die der Mensch im Lauf seiner Entwicklung von den Eltern übernommen hat. Diese können sowohl bewusst als auch unbewusst sein.

ICH-Ideal:
Das ICH-Ideal stellt das ideale Selbstbild dar, d.h. die Vorstellungen darüber, wie man selbst sein sollte, um von anderen geliebt und anerkannt zu werden. Auch das ICH-Ideal bildet sich im Lauf der Entwicklung durch den Einfluss der elterlichen Erziehung.

 

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