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Der Ödipuskonflikt

In die phallische Phase fällt auch der sog. Ödipuskonflikt. Das Kind richtet seine sexuellen Phantasien auf den gegengeschlechtlichen Elternteil, d.h. es möchte ihn ganz für sich allein besitzen. Gleichzeitig möchte es den gleichgeschlechtlichen Elternteil, der als Rivale empfunden wird, beseitigen. Diese Phantasien erzeugen beim Kind Schuldgefühle und Angst vor Bestrafung. Diese Angst wird verstärkt durch die Entdeckung des Geschlechtsunterschieds (es gibt Menschen mit und ohne Penis). Der Junge befürchtet, er könne für seine Phantasien mit dem Verlust seines Penis bestraft werden (Kastrationsangst), das Mädchen glaubt, es sei bereits bestraft worden und fühlt sich deshalb minderwertig (Penisneid).
Unter dem Druck dieser starken Schuldgefühle und Ängste gibt das Kind die Eltern als Liebesobjekte auf. Der Junge will nicht mehr die Mutter haben und den Vater beseitigen, sondern er will so sein wie der Vater. Er nimmt den Vater in sich auf, er identifiziert sich mit ihm und übernimmt so das väterliche Rollenbild und die Forderungen des Vaters. Beim Mädchen geschieht das in entsprechender Weise. Auf diese Art entsteht das ÜBER-ICH.

 

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